EN-1090-Zertifizierung vorbereiten — was wirklich Zeit und Geld kostet
Welche Kosten und welcher Vorbereitungsaufwand bei der EN-1090-Erstzertifizierung realistisch zu erwarten sind — und wo die meisten Betriebe Zeit verlieren.
Die EN-1090-Erstzertifizierung ist für viele Metallbau- und Stahlbau-Betriebe ein Meilenstein — aber auch ein erheblicher Aufwand. Was sind realistische Erwartungen an Kosten und Zeitaufwand?
Was die EN-1090-Zertifizierung kostet
Die direkten Kosten variieren stark je nach Zertifizierungsstelle, Ausführungsklasse und Betriebsgröße. Als grobe Orientierung:
Zertifizierungsstelle (notifizierte Stelle):
- Erstinspektion inkl. Zertifikat: 2.500–5.000 EUR
- Jährliches Überwachungsaudit: 1.500–2.500 EUR
WPK-Handbuch (wenn extern erstellt):
- Einfaches Handbuch für EXC2: 3.000–6.000 EUR
- Umfangreiches Handbuch für EXC3: 6.000–12.000 EUR
Schweißer-Qualifikationen (ISO 9606-1):
- Prüfung pro Schweißer: 300–600 EUR
- Bei 5 Schweißern: 1.500–3.000 EUR
WPQR (Verfahrensprüfung):
- Pro Verfahren/Werkstoffkombination: 2.000–8.000 EUR
- Typisch für mittleren Betrieb: 2–4 WPQRs
Die Gesamtkosten für eine typische Erstzertifizierung in EXC2 liegen damit bei 10.000–25.000 EUR.
Wo die meisten Betriebe Zeit verlieren
Die direkten Kosten sind planbar. Was viele unterschätzen: der indirekte Zeitaufwand, der in Vorbereitung und Koordination steckt.
WPK-Handbuch intern schreiben: Wenn kein externer Berater beauftragt wird, verbringt ein QM-Beauftragter oft 3–6 Monate damit, das Handbuch aufzubauen.
Subunternehmer-Dokumentation: Viele Betriebe stellen erst bei der Audit-Vorbereitung fest, dass nicht alle eingesetzten Subunternehmer vollständig qualifiziert sind. Das Nachholen dieser Nachweise kostet Zeit.
Schweißer-Qualifikationen organisieren: ISO-9606-1-Prüfungen müssen bei DVS-anerkannten Prüfstellen durchgeführt werden. Terminplanung und Koordination mit mehreren Schweißern dauert oft 2–3 Monate.
Checkliste für die Vorbereitung
6 Monate vor dem Zertifizierungsaudit:
- Notifizierte Stelle auswählen und Termin anfragen
- WPK-Handbuch beginnen oder Berater beauftragen
- WPQR-Lücken identifizieren und Verfahrensprüfungen planen
3 Monate vorher:
- Schweißer-Qualifikationen für alle eingesetzten Schweißer sicherstellen
- Subunternehmer-Liste erstellen und Zertifikate anfordern
- WPK-Handbuch abschließen
1 Monat vorher:
- Alle Dokumente zusammenstellen und auf Vollständigkeit prüfen
- Probe-Audit intern durchführen oder durch Berater begleiten lassen
Laufende Kosten nach der Zertifizierung
Die Erstzertifizierung ist einmalig — die laufenden Kosten sind dauerhaft. Neben den jährlichen Überwachungsaudits entstehen laufende Aufwände durch:
- Aktualisierung des WPK-Handbuchs bei Änderungen
- Erneuerung auslaufender Schweißer-Qualifikationen (alle 3 Jahre)
- Überwachung der Subunternehmer-Zertifikate
Gerade die Subunternehmer-Überwachung ist ohne System ein erheblicher Aufwand, der aber mit einer Software wie ZulieferCheck auf ein Minimum reduziert werden kann.
Fazit
Die EN-1090-Zertifizierung ist ein Investment, das sich für die meisten Metallbau-Betriebe rechnet — allein schon, weil ohne CE-Kennzeichnung kein Zugang zu öffentlichen Aufträgen möglich ist. Mit realistischer Planung und den richtigen Werkzeugen ist der Aufwand beherrschbar.
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