ZulieferCheck
EN 10902 Min. Lesezeit2026-01-28

EN-1090-Zertifizierung vorbereiten — was wirklich Zeit und Geld kostet

Welche Kosten und welcher Vorbereitungsaufwand bei der EN-1090-Erstzertifizierung realistisch zu erwarten sind — und wo die meisten Betriebe Zeit verlieren.

Die EN-1090-Erstzertifizierung ist für viele Metallbau- und Stahlbau-Betriebe ein Meilenstein — aber auch ein erheblicher Aufwand. Was sind realistische Erwartungen an Kosten und Zeitaufwand?

Was die EN-1090-Zertifizierung kostet

Die direkten Kosten variieren stark je nach Zertifizierungsstelle, Ausführungsklasse und Betriebsgröße. Als grobe Orientierung:

Zertifizierungsstelle (notifizierte Stelle):

  • Erstinspektion inkl. Zertifikat: 2.500–5.000 EUR
  • Jährliches Überwachungsaudit: 1.500–2.500 EUR

WPK-Handbuch (wenn extern erstellt):

  • Einfaches Handbuch für EXC2: 3.000–6.000 EUR
  • Umfangreiches Handbuch für EXC3: 6.000–12.000 EUR

Schweißer-Qualifikationen (ISO 9606-1):

  • Prüfung pro Schweißer: 300–600 EUR
  • Bei 5 Schweißern: 1.500–3.000 EUR

WPQR (Verfahrensprüfung):

  • Pro Verfahren/Werkstoffkombination: 2.000–8.000 EUR
  • Typisch für mittleren Betrieb: 2–4 WPQRs

Die Gesamtkosten für eine typische Erstzertifizierung in EXC2 liegen damit bei 10.000–25.000 EUR.

Wo die meisten Betriebe Zeit verlieren

Die direkten Kosten sind planbar. Was viele unterschätzen: der indirekte Zeitaufwand, der in Vorbereitung und Koordination steckt.

WPK-Handbuch intern schreiben: Wenn kein externer Berater beauftragt wird, verbringt ein QM-Beauftragter oft 3–6 Monate damit, das Handbuch aufzubauen.

Subunternehmer-Dokumentation: Viele Betriebe stellen erst bei der Audit-Vorbereitung fest, dass nicht alle eingesetzten Subunternehmer vollständig qualifiziert sind. Das Nachholen dieser Nachweise kostet Zeit.

Schweißer-Qualifikationen organisieren: ISO-9606-1-Prüfungen müssen bei DVS-anerkannten Prüfstellen durchgeführt werden. Terminplanung und Koordination mit mehreren Schweißern dauert oft 2–3 Monate.

Checkliste für die Vorbereitung

6 Monate vor dem Zertifizierungsaudit:

  • Notifizierte Stelle auswählen und Termin anfragen
  • WPK-Handbuch beginnen oder Berater beauftragen
  • WPQR-Lücken identifizieren und Verfahrensprüfungen planen

3 Monate vorher:

  • Schweißer-Qualifikationen für alle eingesetzten Schweißer sicherstellen
  • Subunternehmer-Liste erstellen und Zertifikate anfordern
  • WPK-Handbuch abschließen

1 Monat vorher:

  • Alle Dokumente zusammenstellen und auf Vollständigkeit prüfen
  • Probe-Audit intern durchführen oder durch Berater begleiten lassen

Laufende Kosten nach der Zertifizierung

Die Erstzertifizierung ist einmalig — die laufenden Kosten sind dauerhaft. Neben den jährlichen Überwachungsaudits entstehen laufende Aufwände durch:

  • Aktualisierung des WPK-Handbuchs bei Änderungen
  • Erneuerung auslaufender Schweißer-Qualifikationen (alle 3 Jahre)
  • Überwachung der Subunternehmer-Zertifikate

Gerade die Subunternehmer-Überwachung ist ohne System ein erheblicher Aufwand, der aber mit einer Software wie ZulieferCheck auf ein Minimum reduziert werden kann.

Fazit

Die EN-1090-Zertifizierung ist ein Investment, das sich für die meisten Metallbau-Betriebe rechnet — allein schon, weil ohne CE-Kennzeichnung kein Zugang zu öffentlichen Aufträgen möglich ist. Mit realistischer Planung und den richtigen Werkzeugen ist der Aufwand beherrschbar.

EN 1090-1ZertifizierungWPKVorbereitung

ZulieferCheck — Subunternehmer-Zertifikate automatisch überwachen

Automatische Ablauf-Erinnerungen, Zulieferer-Portal für Selbst-Upload, Audit-Cockpit mit Ampeldarstellung — EN 1090-2 Clause 5.6 konform. Während der Beta kostenlos.

Kostenlos testen (Beta)