ISO-9606-1-Schweißer-Qualifikationen überwachen — praktischer Leitfaden
Wie Metallbau-Betriebe die Schweißer-Qualifikationen ihrer Subunternehmer systematisch überwachen und Ablauf-Überraschungen beim Audit vermeiden.
Die ISO-9606-1-Schweißer-Qualifikation ist eine der am häufigsten unterschätzten Compliance-Anforderungen beim Subunternehmer-Management. Ein Subunternehmer hat oft 5–15 Schweißer mit unterschiedlichen Qualifikationen und Ablaufdaten — ohne System verliert man schnell den Überblick.
Das Problem mit Schweißer-Qualifikationen beim Subunternehmer
Wenn Sie einen Schweißen-Subunternehmer beauftragen, beauftragen Sie einen Betrieb — nicht einzelne Schweißer. Aber EN 1090-2 Clause 5.6 verlangt, dass die ausführenden Schweißer qualifiziert sind. Das bedeutet: Sie müssen sicherstellen, dass der Subunternehmer nur Schweißer einsetzt, die eine gültige ISO-9606-1-Qualifikation für das eingesetzte Verfahren und die ausgeführten Nahtarten haben.
In der Praxis bedeutet das: Sie benötigen nicht nur das WPK-Zertifikat und den ISO-3834-Nachweis des Subunternehmers — Sie benötigen auch die aktuellen Schweißer-Prüfzeugnisse der eingesetzten Schweißer.
Was genau zu prüfen ist
Eine gültige ISO-9606-1-Qualifikation ist nicht pauschal gültig — sie gilt nur für bestimmte Parameter:
- Verfahren: 111 (E-Hand), 135 (MAG), 141 (WIG) etc.
- Nahtart: Stumpfnaht (BW) oder Kehlnaht (FW)
- Werkstoffgruppe: z. B. Gruppe 1.1–1.4 für unlegierte Stähle
- Materialdickenbereich: laut Prüfzeugnis
- Schweißposition: PA, PB, PC, PF, PE etc.
Ein Schweißer, der für MAG-Schweißen in Position PA qualifiziert ist, darf nicht ohne weiteres in Überkopf-Position (PE) schweißen. Das prüft der Auditor.
Gültigkeitsdauer — was viele vergessen
Nach ISO 9606-1:2021 ist eine Schweißer-Qualifikation grundsätzlich zeitlich begrenzt. Der Arbeitgeber muss regelmäßig bestätigen, dass der Schweißer innerhalb des Geltungsbereichs tätig war. Wird diese Bestätigung versäumt, kann die Qualifikation erlöschen. Die genauen Fristen und Verlängerungsbedingungen sind in ISO 9606-1:2021, Abschnitt 9 geregelt.
Das Tückische: Wenn ein Subunternehmer diese 6-Monats-Bestätigung vergisst oder der Schweißer 6 Monate nicht im entsprechenden Geltungsbereich gearbeitet hat, ist die Qualifikation erloschen — auch wenn das Prüfzeugnis noch nicht das formale Ablaufdatum erreicht hat.
Praktischer Überwachungsprozess
Schritt 1: Liste der eingesetzten Schweißer anfordern
Vor Beauftragung verlangen Sie vom Subunternehmer eine Liste aller Schweißer, die für Ihren Auftrag eingesetzt werden sollen, mit den zugehörigen Prüfzeugnis-Nummern und Ablaufdaten.
Schritt 2: Geltungsbereich prüfen
Stellen Sie sicher, dass die Qualifikation das eingesetzte Verfahren, die Nahtart und die verwendete Materialdicke abdeckt.
Schritt 3: Ablaufdaten zentral erfassen
Tragen Sie alle Ablaufdaten in ein zentrales System ein. Bei 5 Subunternehmern mit je 5 Schweißern und unterschiedlichen Ablaufdaten sind das 25 Daten, die überwacht werden müssen.
Schritt 4: Erinnerungen einrichten
90 und 30 Tage vor Ablauf sollte eine automatische Erinnerung erfolgen — an Sie und an den Subunternehmer.
Fazit
Die Überwachung von Schweißer-Qualifikationen beim Subunternehmer ist aufwendiger als die Überwachung der WPK-Zertifikate. Dafür brauchen Sie ein System, das nicht nur Zertifikate auf Unternehmensebene verfolgt, sondern auch auf Personen-Ebene. ZulieferCheck unterstützt genau diesen Anwendungsfall.
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