Lieferkettenmanagement-Software: vier Wege im Vergleich
„Lieferkettenmanagement-Software“ meint zwei verschiedene Dinge: die Planung von Material- und Warenflüssen oder die Verwaltung der Lieferanten selbst, mit Zertifikaten, Bewertungen und Nachweisen. Diese Seite vergleicht die Wege dafür und sagt, wann welcher passt. Für die zweite Aufgabe gibt es die Lieferantenmanagement-Software ZulieferCheck.
Zuerst klären: Planung oder Nachweis?
Wer Bestände, Bedarfe und Transporte steuern will, sucht Supply-Chain-Management: Das ist meist ein Modul im ERP oder eine eigene Planungslösung. Wer dagegen belegen muss, dass Zulieferer qualifiziert sind, braucht ein Register mit Fristen, Bewertungen und einem Änderungsprotokoll. Beides lässt sich kombinieren, die Aufgaben sind aber verschieden.
Die vier Wege im Überblick
Der Vergleich ist qualitativ und beschreibt Kategorien, keine einzelnen Anbieter. Kosten Dritter nennen wir nicht, weil sie von Umfang und Anbieter abhängen.
| Kriterium | Excel & Papier | ERP-/SCM-Modul | QM-Berater / Dienstleister | Spezialisierte Software für Lieferanten-Nachweise |
|---|---|---|---|---|
| Schwerpunkt | Liste der Lieferanten, Ordner mit Zertifikaten | Planung, Einkauf, Bestand und Logistik entlang der Lieferkette | Einmalige oder wiederkehrende Prüfung durch Dritte (Audit, Bewertung) | Lieferanten-Stammdaten, Zertifikate und Bewertungen |
| Zertifikats-Ablauf im Blick | Nur, wenn jemand Datumsspalten und Kalender-Erinnerungen selbst pflegt | Je nach Modul; Zertifikatsfristen sind oft nicht vorgesehen oder müssen nachgerüstet werden | Zum Prüftermin, nicht dauerhaft zwischen den Terminen | Fristen werden je Zertifikat geführt, Erinnerungen laufen automatisch |
| Nachvollziehbarkeit (Änderungsprotokoll) | Kein automatisches Protokoll; Änderungen sind schwer zu belegen | Meist vorhanden, aber auf Geschäftsvorgänge ausgelegt | Als Prüfbericht zum jeweiligen Termin | Änderungen werden protokolliert |
| Zulieferer einbinden | Zertifikate werden per E-Mail angefordert und abgelegt | Lieferantenportal je nach Modul und Lizenz | Der Dienstleister fragt im Auftrag an | Zulieferer laden Nachweise über einen Link selbst hoch |
| Einführungsaufwand | Gering, solange die Liste klein bleibt | Hoch: Projekt mit IT, Stammdaten und Berechtigungen | Gering für Sie, Aufwand steckt im Briefing | Mittel: Lieferanten anlegen, Zertifikate importieren, Zulieferer informieren |
| Kostenstruktur | Keine Lizenz, dafür Arbeitszeit | Lizenz plus Einführungs- und Betriebsaufwand | Honorar je Einsatz oder Tagessatz | Laufende Gebühr, bei ZulieferCheck monatlich (siehe Preise) |
| Passt, wenn … | wenige Lieferanten und kein Audit-Druck bestehen | Sie ohnehin ein ERP betreiben und Lieferketten-Planung brauchen | Sie einmalig aufräumen oder ein Audit vorbereiten wollen | Zertifikate und Lieferantenbewertungen dauerhaft belegbar geführt werden sollen |
Wann welcher Weg passt
- Excel & Papier: bei wenigen Lieferanten und ohne Audit-Druck. Sobald Fristen und Änderungen belegt werden müssen, wird die Pflege aufwendig, siehe Lieferantenprüfung digitalisieren.
- ERP-/SCM-Modul: wenn die Planung der Warenflüsse im Vordergrund steht und ein ERP ohnehin läuft. Zertifikatsfristen sind dort nicht automatisch abgedeckt.
- QM-Berater / Dienstleister: für ein einmaliges Aufräumen oder die Vorbereitung eines Audits. Für den laufenden Betrieb bleibt die Pflege bei Ihnen. Beraterinnen und Berater können ZulieferCheck auch für ihre Mandanten nutzen (siehe QM-Berater-Partner).
- Spezialisierte Software: wenn Zertifikate, Fristen und Bewertungen dauerhaft geführt werden müssen und Zulieferer ihre Nachweise selbst hochladen sollen.
Was ZulieferCheck davon abdeckt
ZulieferCheck ist Lieferantenmanagement-Software für Nachweise, keine Planungssoftware. Der Funktionsumfang:
- Erinnerungen 90, 30 und 7 Tage vor Ablauf eines Zertifikats
- Lieferantenportal: Zulieferer laden Nachweise per Link selbst hoch
- Lieferantenbewertung mit fünf Kriterien
- Starter 49 € und Professional 89 € je Monat zzgl. USt., Enterprise auf Anfrage, Details auf Preise
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Lieferkettenmanagement- und Lieferantenmanagement-Software?
Lieferkettenmanagement-Software (Supply Chain Management) plant und steuert Material-, Waren- und Informationsflüsse, etwa Bestand, Bedarf und Logistik. Lieferantenmanagement-Software kümmert sich um den einzelnen Lieferanten: Stammdaten, Zertifikate, Bewertungen und Nachweise. ZulieferCheck gehört zur zweiten Gruppe und ersetzt keine Planungs- oder Logistiksoftware.
Für wen ist ZulieferCheck gedacht?
Für Metallbau- und Stahlbau-Betriebe sowie ISO-9001-Betriebe, die Zulieferer-Zertifikate und Lieferantenbewertungen nachvollziehbar führen müssen und dafür keine ERP-Erweiterung aufsetzen wollen.
Was kostet ZulieferCheck?
Der Starter-Tarif kostet 49 € im Monat (bis zu 10 Zulieferer), Professional 89 € im Monat (bis zu 50 Zulieferer), jeweils zzgl. USt.; Enterprise gibt es auf Anfrage. Die Leistungen je Tarif stehen auf der Seite Preise.
Ersetzt Software die Prüfung der Lieferkette nach dem Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz?
Nein. Das Gesetz richtet sich nach § 1 Abs. 1 LkSG an Unternehmen mit in der Regel mindestens 1.000 Arbeitnehmern im Inland (Stand des Gesetzestextes; Änderungen vorbehalten). ZulieferCheck führt Zertifikate und Bewertungen, eine menschenrechtliche Risikoanalyse leistet es nicht. Ob Ihr Betrieb betroffen ist, klären Sie anhand des aktuellen Gesetzestextes.
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